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Karies

In der Mundhöhle leben auch bei optimaler Mundhygiene eine Vielzahl von Bakterien. Gewisse Bakterien können sich bei entsprechender Zuckerzufuhr stärker vermehren und bei eingeschränkter Hygiene eine beträchtliche Schicht auf der Zahnoberfläche aufbauen. Diese sogenannte Plaque bewirkt nach einer gewissen Ausreifungszeit Veränderungen auf der Zahnoberfläche und am Zahnfleisch.

Die für die Karies verantwortlichen kariogenen Keime produzieren bei weiterer Zuckerzufuhr organische Säuren, die auf die Zahnhartsubstanz demineralisierend wirken. Diese Säuren lösen aus dem Zahnschmelz und dem Dentin Kalzium-Phosphat-Kristalle heraus. Dieser Prozess ist bis zu einem gewissen Grad reversibel, weil diese Kristalle auch im Speichel vorhanden sind. Diese Kristalle können in die Mikrodefekte wieder eingelagert werden. Schreitet diese Demineralisation aber ungehindert weiter, bricht früher oder später die zusammenhängende Zahn-struktur ein. So entsteht an der Oberfläche ein Defekt, ein Loch, welches nur von aussen durch eine zahnärztliche Behandlung repariert werden kann.

Dank den in der Schweiz sehr vielfältig ausgebauten prophylak-tischen Massnahmen, ist die Karies nur noch sehr schwach verbreitet. Karies kann praktisch vollständig verhindert werden. Wichtig sind dabei eine optimale Mundhygiene und regelmässige Kontrollen bei Zahnarzt und Dentalhygienikerin. Dadurch werden allfällige Läsionen bereits frühzeitig erkannt, und entsprechende Therapien können schon im Anfangsstadium eingeleitet werden.

Hand aufs Herz, wer benutzt regelmässig Zahnseide oder besser noch Interdentalbürstchen? Dabei ist die Karies in den Zwischenräumen die zweithäufigste Lokalisation der Karies. Früherkennung ist hier nur mittels Röntgenbilder möglich. Lassen Sie je nach Kariesaktivität alle Jahre, aber spätestens alle 2-3 Jahre die Karies-Röntgen-Diagnose durchführen.

ZahnfleischentzĂĽndung (Gingivitis)

Wie bei der Karies beschrieben, ist die Zahnoberfläche und das angrenzende Zahnfleisch (Gingiva) mit Bakterien besiedelt. Bei mangelnder Hygiene kann sich eine ausgereifte Bakterienschicht, die sogenannte Plaque ausbilden, die für die Entstehung von Zahnfleischproblemen verantwortlich ist. Die Mikroorganismen der Plaque produzieren als Stoffwechsel-produkte ausser Säuren (siehe Karies) auch Giftstoffe, sogenannte Toxine. Diese Toxine bewirken in der Gingiva eine entzündliche Abwehrreaktion.

Im gesunden Zustand ist das Zahnfleisch straff und rosarot. In Zahnnähe ist es gestippelt, wie die Haut einer Orange, und liegt dem Zahn dicht an. Werden die Zähne nicht regelmässig gereinigt, sammelt sich am Zahnfleischrand oder zwischen den Zähnen stets etwas Plaque an, die mit ihren Giftstoffen das benachbarte Zahnfleisch reizen, wodurch eine Entzündung entsteht.

Zahnfleischentzündung (Gingivitis) erkennt man an folgenden Veränderungen: Das Zahnfleisch, insbesondere die Papillen verändern die Farbe von rosarot zu dunkelrot bis bläulich. Das ehemals straffe Gewebe ist stellenweise geschwollen und schwammig weich. Die Stippelung verschwindet und es blutet oft beim Zähneputzen. Diese Art Zahnfleischentzündung (chronische Gingivitis) ist schmerzlos und wird daher vom Patienten leider unterschätzt. Einzig das blutende Zahnfleisch weist auf eine Entzündung hin.

Werden Zahnfleischränder und besonders die Zwischenräume vollständig von der Plaque befreit, bilden sich die Veränderungen zurück, Gingivitis ist bei guter Pflege also heilbar.

Mundschleimhauterkrankungen

Bei jeder Untersuchung kontrollieren wir auch die Mundschleimhaut. Wenn eine Veränderung festgestellt wird, versuchen wir die Ursache zu erkennen und diese zu beheben. Die Stelle wird fotografiert um die Grösse und Lokalisation festzuhalten. Je nach Situation entnehmen wir eine Gewebeprobe (Biopsie) und senden diese zur Pathologie an die Universität. Je nach Diagnose wird dann die richtige Therapie eingeleitet.

Parodontitis

Eine unbehandelte Gingivitis breitet sich schubweise und meist unbemerkt in die Tiefe aus. Sobald die EntzĂĽndung die Wurzelhaut (Desmodont und den Knochen erreicht, ist eine Parodontitis (EntzĂĽndung des Zahnhalteapparates) entstanden.

Ohne Massnahmen wird das Knochenfach (Alveole) langsam abgebaut. Die Zähne verlieren ihren Halt und beginnen zu wackeln. In einem späteren Stadium sind sie so stark beweglich, dass sie extrahiert (gezogen) werden müssen oder sogar spontan ausfallen.

Die gesamte Krankheit verläuft in vielen Fällen – bis zum bitteren Ende der Zähne – ohne grosse Schmerzen.

Eine Behandlung durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin zusammen mit sehr guter und intensiver Mundhygiene können die Parodontitis zum Stillstand bringen.

Lassen Sie es aber nicht so weit kommen.

Unfall

Der Begriff „Unfall“ ist genau definiert und ist ein plötzliches, zeitlich und örtlich bestimmbares, von aussen einwirkendes Ereignis, bei dem eine Person einen Körperschaden erleidet.

Zahnunfälle wie stark frakturierte Zähne, Unfälle bei dem der Zahn verlagert wurde und insbesondere Unfälle bei denen der Zahn ganz aus seinem Knochenfach (Alveole) herausgefallen ist, bedürfen einer sofortigen zahnärztlichen Intervention. Im letzten Fall (Totalluxation) sollte der Zahn unbedingt gesucht, nicht gereinigt und allenfalls in Milch eingelegt werden, je schneller der Zahn wieder in die ursprüngliche Position gebracht wird, umso grösser sind die Erfolgsaussichten. Dies gilt nicht für Milchzähne, diese werden nie reponiert, damit der bleibende Zahn durch diese Manipulation nicht geschädigt wird.

Massive Verletzungen im Kiefer-Gesichtsbereich gehören in eine Spezialklinik, wie z.B. die Notaufnahme des Kantonsspitals.

Generell ist es sehr ratsam, möglichst schnell zum Zahnarzt zu gehen, und den Unfall bei der Versicherung zu melden. Selbst bei einem Bagatellunfall sind Spätfolgen abgedeckt, wenn der Unfall entsprechend der Versicherung gemeldet wurde.